Spielerportrait Dieter Hegen

(Dieter Hegen) Als die Spielerkarriere von Dieter Hegen 2002 im ESV Kaufbeuren, dem Verein in dem auch alles begann, ihr Ende fand, war das nicht der Schlussstrich seiner großartigen Laufbahn. Auf glorreiche Jahre als Stürmer folgten ebenso große Erfolge in der Trainerposition. In all seinen Jahren im Eishockey-Buisness fällt der Spieler durch hervorragende Leistungen auf und verdient sich viele Siege und Auszeichnungen die die Geschichte des Sports und der Mannschaften denen er während seiner Karriere angehörte bis heute prägen.

 

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Der „Didi“ genannte Spieler wurde ganze sieben Male deutscher Meister, davon sogar drei mal in Folge. Er nahm 13 Mal an der Weltmeisterschaft und fünf Mal an den Olympischen Spielen teil. In der gesamten Geschichte der deutschen Bundesliga konnte nur Erich Kühnhackl die Anzahl seiner Tore überbieten. Die Triumphe stapeln sich und machen Hegen zu einem für die deutschen sehr bedeutenden Spieler und Trainer.


Am 29. April 1962 erblickt Didi in Kaufbeuren das Licht der Welt und tritt 17 Jahre später dem Verein des selben Ortes bei, wo er dann in der Saison 1979/1980 sein Talent zur Schau bringt. Mit 60 Toren und 64 Vorlagen in 42 Spielen verhalf er dem Verein zum Aufstieg in die 1. Bundesliga.


Nachdem er mit fabelhaften 54 Toren zum zum ersten Mal Torschützenkönig wird erringt er 1981 die Aufmerksamkeit der NHL und die Montreal Canadiens sichern sich im NHL Entry Draft die Rechte an ihm. Auch 1989 und 1992 erhält er die Auszeichnung des Torschützenkönigs. Sechs Jahre später verlässt er die Erstliga und wechselt zum Kölner EC über wo bereits im ersten Jahr der Titel des deutscher Meister gelingt.


Bei den Kölner Haien trifft er auch auf seinen Sturmpartner Gerd Truntschka dessen ideale Vorlagen die Grundlage für seine zahlreichen Tore darstellen, was die beiden zu einem der effizientesten Duos in der Geschichte des deutschen Eishockeys macht. 1989 treten die beiden gemeinsam den Wechsel zum Düsseldorfer EG an und gewinnen die Meisterschaft zusammen mit Peter-John-Lee, Chris Valentine, Uli Hiemer, Mike Schmidt und Helmut de Ralf – dem Torwart – nicht nur 1990 sondern auch in beiden darauf folgenden Jahren.

 




Auch der nächste Mannschaftswechsel im Jahr 1993 fand als Duo statt. Mit dem neuen Verein, dem EC Hedos München, gelingt in der Saison 1993/1994 ein weiterer Sieg der Meisterschaft. Mit diesem Erfolg in den Händen beendet Truntschka seine Karriere. Der Hedos wird zu Maddogs umbenannt, der Triumph bleibt jedoch aus und schon ein Jahr später verlässt Dieter den Verein und kehrt zum Düsseldorfer EG zurück. Dort holt er 1996 zum wiederholten Male den deutschen Meistertitel. Mit dem Rückzug des Düsseldorfer EG’s aus der Eishockey Liga steht erneut ein Tapetenwechsel für Didi an, er tritt den Star Bulls Rosenheim bei und erlebt mit dieser Mannschaft zwei leider wenig Ruhmreiche Jahre.


Im Jahr 2002 geht es für ihn dann zurück zu seinen Wurzeln und er beendet seine aktive Spielerkarriere nach zwei weiteren Jahren in dem Verein mit dem alles begann – dem ESV Kaufbeuren. Gerüchte zu folge soll Hegen nach seiner aktiven Laufbahn viel Zeit mit dem Boom Pirates-Spielautomat verbracht haben. Dieter Hegens spielerisches Talent bleibt in Erinnerung, er wird 2008 zum besten Linksaussen des 20. Jahrhunderts gekürt und wird nicht nur in der deutschen Hall of Fame auf genommen sondern 2010 als erst neunter deutscher Spieler auch zum Mitglied in der International Hall of Fame Toronto.

Anstatt sich nach dem Austritt aus dem ESV Kaufbeuren komplett aus dem Eishockey zurückzuziehen steigt Hegen ins Trainerfach um und führt den EV Duisburg 2005 erfolgreich aus der Zweitliga in die Erstliga. Weitere Gewinne bleiben jedoch aus. Der dem mangelndem Erfolg verschuldete Abschied 2007 währt nicht lang und er nimmt den Trainerposten, an dem sich in der zwischenzeit einige andere Versucht haben, 2008 wieder auf. Kurze Zeit später, im nächsten Jahr, tritt er allerdings erneut zurück, die Mannschaft muss im März 2019 Insolvenz beantragen.


Im April 2011 nimmt Didi die Stelle des Bundestrainers im Streethockey an und schafft es das deutsche Team bei der Weltmeisterschaft des selben Jahres in der A-Gruppe zu halten. Als 2013 sein dortiger Vertrag ausläuft übernimmt er den Cheftrainerposten im ESV Kaufbeuren für solange, bis er im Januar 2014 durch Ulrich Egen ausgetauscht wird, woraufhin Didi die Rolle des sportlichen Leiters übernimmt. Im folgenden November werden sowohl Egen als auch Hegen nach ganzen 14 verloren Spielen entlassen.


Damit endet die Laufbahn von Dieter Hegen nach 35 durch Ruhm und Anerkennung gezeichneten Jahren und er bleibt als Erfolgsgekrönter Spieler in Erinnerung. Seine Geschichte lebt durch Events wie dem Hilfsprojekt „Wir helfen Afrika“, an dem er sich 2010 als Stadtpate für Kaufbeuren engagierte, immer wieder auf und bleibt somit in positivem Andenken.

 

 

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